Newsletter_2026_09_10

10.09.2026

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wie Sie den Medien entnehmen können, schneiden in der neuen Bildungsstudie Pisa Schülerinnen und Schüler in Deutschland so schlecht ab wie nie zuvor.

Als Gründe gelten eine veränderte Schülerschaft und schwierige Lernvoraussetzungen. Mehr als ein Drittel kann mit 15 Jahren nicht richtig schreiben und lesen. Sie benutzen verstärkt KI, wenn sie etwas zu Papier bringen sollen, prüfen so kaum noch das Geschriebene nach und werden immer oberflächlicher. Das kann man, wenn man an die immer komplexer werdenden Vorgänge in der Ausübung der verschiedensten Berufe denkt, verheerende Folgen haben.

Und hier kommen wir als OSZ ins Spiel.

In unserem Newsletter vom 07.09.2026 hatten wir, ohne die neuste Pisa-Studie zu kennen, einen Teil der Misere bereits beschrieben. Wir sollten unsere Forderungen, die wir dort formuliert haben, unbedingt laut artikulieren.

Als wichtigste Rezepte zur Besserung nennt Prof. Samuel Greiff von der TU München frühkindliche Bildung und eine datengestützte Entwicklung des Unterrichts. Alles keine neuen Erkenntnisse und erstere greift erst in 12 Jahren, solange können wir nicht warten.
Im täglichen Unterrichtsgeschehen muss, so schlimm es klingt, auch bei uns das verstehende Lesen eine Schlüsselposition einnehmen, um zu prüfen, ob die für jeden beruflichen Weg wichtigen Fakten, Prozesse und Zusammenhänge wirklich gehört, erfasst, verstanden und behalten werden.

Zu den Wegen, die schnell Besserung bringen könnten, gehören verpflichtende Fortbildungen der Lehrkräfte zu den Basiskompetenzen und
wirklich jeder Seiteneinsteiger muss Möglichkeiten und Anreize erhalten, um aus seiner von ihm mitgebrachten Ausbildung einen Lehrabschluss mit umfänglich pädagogischen und methodisch-didaktischen Inhalten erwerben zu können. Eine einmal besuchte PGQ und 16 Stunden Fachdidaktik reichen nicht aus, um mit der in Pisa gezeigten Situation umgehen zu können und diese zu verbessern. Eine tiefgründige Weiterbildung schafft mehr fachliche Sicherheit, mehr Einsatz methodischer Vielfalt und vielleicht mehr Leidenschaft für den Beruf, den u.a. die Jugendlichen aus Estland bei ihren Lehrern schätzen.

Wir als BLV werden unsere Vorschläge an das MBJS weiterleiten und stehen für Gespräche bereit.